Insignum und Zunftschatz

Das Wappen der Zunft, wie es ihr noch heute zu eigen ist, stellt im roten Feld einen aufrechten gelben Zirkel dar, beseitet von einer Zimmeraxt und einem Maurerhammer. Ihre älteste Form zeigt wohl die Basler Zunfttafel von 1415. Eine ausführliche Beschreibung widmet dem Zunftwappen 1676 der damalig Ahusmeister zu Spinnwettern, Lohnherr Jakob Meyer, in seinem Lehrbüchlein "Geometria Theoretica". Von besonderem Interesse sind dabei "die Farben oder Colores, welche sie in vielgedachtem ihrem Ehren Wappen und auch Fahnen führen: Das Weiss bedeutet die Fromm- und Redlichkeit, deren sich alle Bauleuth befleissen sollen. Das Gelb bedeutet ihren Sold und Bezahlung, dass sich die Bauleuth recht wohl und nach Billigkeit bezahlen lassen. Das Feld dieses Schilds ist Purpur oder Blutfarb. Bedeutet sonder Zweifel, das die Bauleuth mit Darsetzung ihrer Schweiss- und Blutarbeiten ihren Lohn verdienen, auch sonsten in Leib- und Lebensgefahren, Brünsten, Stürmen, Lermen und Auszügen". Was die Zunft an wichtigen Briefen, Erkenntnissen und Ordnungen ausfertigte, bekräftigte sie durch Siegel und Petschaften mit eingraviertem Zunftwappen.

Als weithin sichtbares Zeichen der Zunft und der ihr angehörenden Mannschaft kam und kommen dem Banner besondere Bedeutung zu. Unter ihm versammelten sich einst die Zunftbrüder nicht nur jahrein jahraus zu Stadtverteidigung, Kriegszügen und Katastrophenein-sätzen, sonder auch -  wie heute noch - zu zunfteigenen freudvollen und traurigen Ereignissen.

Mit berechtigtem Stolz führen Meister und Vorgesetzte jeweils Zunftbrüder und Gäste bei festlichen Anlässen den mittlerweilen arg dezimierten, noch immer aber kostbaren Zunftschatz vor Augen. Wie eh und je ist es die "Meisterkrone", welche dabei besondere Beachtung findet. Das schon 1493 zu Spinnwettern erwähnte "Meister Krentzli", wie die Meisterkrone richtigerweise zu bezeichnen ist stellt ursprünglich eine aus frischen Blumen gewundene Kopfzier dar. Seit dem Untergang der Zunftherrlichkeit ziert die "Meisterkrone", auf ein Kissen gebettet, während des Zunftessens den Ehrentisch neben den fein gearbeiteten zwei Silberhämmern und diversen Silberbechern.

Zum Zunftjubiläum 1998 wurde die E.E. Zunft zu Spinnwettern mit einem Silberkelch, von Goldschmied Degen durch den Meisterbott der Basler Zünfte und Gesellschaften geschaffen, beschenkt. Dieser Silberkelch ergänzt den Zunftschatz mit einer zeitgenössischen Silberschmiedearbeit. Ebenso hat die Firma des amtierenden Zunftmeisters Martin Cron der Zunft im Jahre 2003 eine von Goldschmied Bernhard Lang geschaffene Meisterkette geschenkt.
Von erheblichem kunsthandwerklichem Wert waren auch gewisse Einrichtungsgegenstände im Zunfthaus; so Türen, Schränke, Kästen, Truhen, Tische, Stühle und zahlreiche Vertäferungen. Dann aber auch ein "dunkelgrünes, mit dem Zunftwappen versehenes grosses Tischtuch, zu den Sitzungen gebräuchlich, und ein Baromètre, so von Herrn Massini der Ehren Zunft verehrt worden". Was an Prachtstücken den Zahn der Zeit überdauert hat, ist heute sowohl im Historischen Museum als auch in der Zunftstube unbefugtem Zugriff entzogen.

  Banner E. E. Zunft zu Spinnwettern

1. August-Feier 1928

Meisterkranz

Löffelbecher und Deckelpokal

Tür zur Zunftstube