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E.E. Zunft zu Spinnwettern

E. E. Zunft zu Spinnwettern

 

Streit um einen Kirchensitz

Als Meister Marx Neuensteins oberländische Magd im Münster die Frau von Meister Heinrich Löchlin «auss ihrem Stuohl hat treiben wollen, hat sie ihren die Kappen ab dem Kopf geschlagen, dass solche in ein anderen Stuohl gefallen». Wie zuhause das unbeherrschte Dienstmädchen weinend vor dem Vorfall berichtet, hatte Löchlin «die Magt zwar abbrüglen wollen, ist aber von der Frau abgehalten worden». Weil eine angemessene Bestrafung unterblieben war, kommt die Sache vor die Zunft. In Gegenwart der Bottmeister hat Neuenstein alsdann den Löchlin «hinderrucks in den Halss geschlagen und in den Mantel eingewickelt, auch gar zu Boden geschlagen und ihm den Bartt ausgeraufft». Nachdem das «wüsste Gezänk» mit Mühe hatte geschlichtet werden können, erkennen die Vorgesetzten: «Neuenstein soll dem Löchlin die Hand geben und dem Stubenknecht 1 Marckh Silber zur Buoss erlegen».